Garage selber bauen Step 4: Das Mauerwerk

03. Dezember 2014
Kategorie: Garage bauen

In unserer Artikelserie „Garage selber bauen“ informieren wir Sie detailliert über die einzelnen Schritte, die Sie befolgen müssen, wenn Sie sich eine Garage selber bauen möchten.

Der erste Artikel „Garage selber bauen Step 1: Vorbereitung und Kosten für Garagenbau“ beschäftigt sich mit allen notwendigen Punkten, welche vor dem Bau der eigenen Garage zu beachten sind.

In unserem zweiten Artikel erhalten Sie Informationen über das Baurecht in Ihrem jeweiligen Bundesland und generelle rechtliche Vorgänge, welche Sie beim Garagenbau beachten müssen: „Garage selber bauen Step 2: Baugenehmigung und Baurecht“.

Im Folgenden geben wir Ihnen eine kurze Zusammenfassung über den dritten Artikel „Garage selber bauen Step 3: Das Fundament für den Garagenbau“.

Zusammenfassung Step 3: Das Fundament für den Garagenbau

Der Artikel „Garage selber bauen Step 3: Das Fundament für den Garagenbau“ befasst sich mit einer 10 Schritte Anleitung für die eigene Fertigstellung einer Bodenplatte aus Beton. Die 10 Schritte kurz wiederholt:

  1. Informationen von Statiker einholen
  2. Größe und Materialbedarf der Garage ermitteln
  3. Grundriss abstecken
  4. Mutterboden ausheben
  5. Kiesschicht einfüllen
  6. Baufolie einlegen
  7. Schalkasten erstellen
  8. Beton eingießen und Baustahlmatte einsetzen
  9. Restlichen Beton einfüllen und Grube auffüllen
  10. Schalung nach 2-3 Tagen entfernen

Befolgen Sie diese 10 Schritte Anleitung, wird Ihnen der Bau eines Fundaments für Ihre Garage auf jeden Fall einfacher fallen. Nach ungefähr drei Wochen ist die Beton-Bodenplatte vollständig belastbar und Sie können mit dem Aufbau des Mauerwerks beginnen.

Garage bauen: Mauerwerk

Errichten Sie Ihre eigene Garagenmauer mit unserer Anleitung

Eine Garage selber bauen beinhaltet auch den eigenständigen Mauerbau. Mit unserer Anleitung kein Problem! Foto: Colourbox

Materialwahl

Durch die Wahl des richtigen Materials können Sie bereits einiges an Kosten und Energie sparen. Es gibt sowohl bei der Wahl der Mauersteine als auch des Mörtels einige Unterschiede und Auswahlmöglichkeiten:

• Wärmedämmziegel: druckfest, schwer, sehr gute Wärmedämmung
• Kalksandstein: relativ druckfest, leicht, gute Wärmedämmung
• Bimsstein: wenig druckfest, leicht, gute Wärmedämmung, wasserspeichernd
• Tonziegel: druckfest, schwer, gute Wärmedämmung

Detaillierte Informationen über unterschiedliche Mauersteinarten finden Sie hier: http://www.selbst.de/garten-balkon-artikel/gartenhaus-carport/die-massivgarage-system-mauersteine-fuer-zuegiges-arbeiten-104212.html.

Für die nachfolgende Verarbeitung der Mauersteine gibt es zwei verschiedene Varianten, aus denen Sie wählen können. Zum einen das sogenannte Dünnbettverfahren, welches bei der Arbeit mit Plansteinen zum Einsatz kommt, da diese mit Nut und Feder simpel ineinander greifen. Zum anderen gibt es das sogenannte Dickbettverfahren, das bei Kalksandsteinen ohne Nut und Feder angewendet wird. Das Mauern mit Plansteinen im Dünnbettverfahren bringt die Vorteile einer sehr guten Wärmedämmung und einer sehr simplen Verarbeitungsweise ab der zweiten Mauerreihe mit sich.

In unserer nachfolgenden Beschreibung werden wir aus diesem Grund mit Plansteinen weiterverfahren.

Vorbereitungen

Um Ihnen weite und mühsame Laufwege zwischen Arbeitsplatz „Bodenfundament“ und den Mauersteinen zu ersparen, sollten Sie sich die Plansteine bereits bei Anlieferung in die Mitte Ihrer Betonplatte platzieren (lassen).

Zur Vorbereitung ist es wichtig, exakte Richtlinien für Ihr nachfolgendes Mauerwerk festzulegen. Eine Anbringung von Richtlatten im Boden an den Außenkanten der Bodenplatte verschafft eine erste Orientierung und dient als Markierung für Eckpunkte. Diese Richtlatten verbinden Sie nun mit dünnen Schnüren, welche Sie entweder durch gutes Augenmaß oder bestenfalls einem Nivelliergerät ausrichten.

Grundschicht

Um später unerwünschtes Aufsteigen von Feuchtigkeit und Nässe zu vermeiden, beginnen Sie nun mit dem Auftragen einer ersten Schicht Dichtschlämme direkt auf die Bodenplatte. Diese sind in Säcken zum Anrühren in Baumärkten zu erwerben.

Darauf folgt die erste Schicht Werktrockenmörtel oder Normalmörtel, welche zum Ausgleich von Unebenheiten dient und durch Ihre etwa 15-20m m Dicke einen soliden Untergrund darstellt. Tragen Sie diese Schicht exakt horizontal und gleichmäßig auf, eine Wasserwaage wird Ihnen dabei helfen.

Erste Reihen

Nun können Sie bereits mit der ersten Reihe Mauersteinen beginnen. Beachten Sie: die vertikale Anrichtung der Mauersteine muss auf jeden Fall um 50 Prozent fugenversetzt erfolgen, um eine ausreichende Stabilität der späteren Garage zu garantieren. Kontrollieren Sie das Höhenniveau der untersten Mauerreihe und stellen Sie eine exakte Gleichmäßigkeit sicher. Gegebenenfalls können Sie diese mit einem Gummihammer leicht in der Höhe bearbeiten.

Nun können Sie mit der zweiten Reihe Ihrer Mauer beginnen. Die Verwendung von Plansteinen benötigt eine etwa zwei Millimeter dicke Schicht Dünnbettmörtel über jeder Reihe neugelegter Steine, jedoch keine Schicht zwischen den Steinen, wie bei dem Verfahren mit Kalksandsteinen. Die Korngröße eines Dünnbettmörtels beträgt maximal 1mm und weist daher eine besonders feine Konsistenz auf. Die Auftragung des Mörtels kann entweder mit Hilfe eines normalen Spachtels erfolgen, oder aber mit einem professionellen Mörtelschlitten. Dieser garantiert einen gleichmäßigen Auftrag und eine direkte Durchkämmung des Mörtels.

Innenwände

Sollten Sie eine zusätzliche Innenwand einsetzten wollen, benötigen Sie einen sogenannten Mauerbinder, welchen Sie in die Fugen zwischen zwei Steinen einfügen. Es ist hierbei allerdings ausreichend, nur jede zweite Steinreihe mit Mauerbinder zu bearbeiten. Die Innenwand wird später an diese Stellen angebracht und mit Mörtel verbunden. Sind Ihre Plansteine an manchen Stellen, wie beispielsweise Ecken oder Fenstereinsätzen nicht passgenau vorhanden, müssen Sie die Steine je nach geforderter Länge zurechtschneiden.

Innenwände innerhalb der selbstgebauten Garage kein Problem!

Garagenmauer mit Innenwänden mit Hilfe von Mauerbinder errichten. Foto: Colourbox

Fenster und Türen

Die meisten (vor allem freistehenden) Garagen besitzen für den optimalen Komfort ein Fenster sowie selbstverständlich mindestens eine Tür. Überlegen Sie sich im Vorhinein die gewünschten Maße für eine spätere Tür und/oder Fenster und fertigen sich im Anschluss aus schlichten Rohholzlatten einen Behelfsrahmen.

Dieser wird nun an die gewünschte Stelle angebracht und mit Holzkeilen festgeklemmt. Darauffolgend können Sie nun mit dem Mauern fortfahren, in dem Sie um den Holzrahmen herum mauern. Allerdings müssen Sie bei der Reihe, welche direkt über den Holzrahmen anschließen würden anders verfahren.

Verwenden Sie für diese Reihe sogenannte U-Schalensteine.
Diese sollten etwa 15-20cm rechts und links über den Ausschnitts Bereich hinaus verlegt und im nächsten Schritt mit Stahlstangen und Beton gefüllt werden.
Stahlstangen sind ebenfalls im Baumarkt erhältlich und sollten in einem gleichmäßigen Abstand voneinander eingelegt und anschließend mit Beton aufgefüllt werden.

Oberste Reihe und Innenwand

Nun folgt der vorerst letzte Schritt zur Errichtung Ihres eigenen Mauerwerks. Die oberste Reihe der Mauersteine muss wie oberhalb der Fenster und/oder Türrahmen aus U-Schalensteinen bestehen, welche einen sogenannten Ringanker bilden werden.
Diese Reihe sichert sowohl die Drucklast des Daches und verhindert gleichermaßen ein statisches Ungleichgewicht. Stahlstangen müssen auch hier als Bewehrung eingesetzt werden, die genaue Anzahl sollten Sie sich jedoch von einem Statiker errechnen lassen. Anschließend werden die U-Schalensteine wieder mit Beton aufgefüllt, wobei Sie auf eine glatte Oberfläche für das darauffolgende Dacht achten sollten.

Sollten Sie vorher Mauerbinder für eine Innenwand angebracht haben, können Sie nun an ebendiesen Stellen eine Querwand aufrichten und den Mauerbinder der Außenwand ins Mörtelbett der Querwand drücken. Dadurch wird eine feste Verbindung von Außen-und Querwand garantiert.

Fazit

Das Vorhaben, eine Garage selber bauen zu wollen, impliziert selbstverständlich das eigenständige Mauern ebendieser Garage. In der oben beschriebenen Anleitung finden Sie eine schrittweise aufgebaute Anleitung, welche Ihnen den Bau der eigenen Garagenmauer erheblich erleichtern soll. Sollten Sie keinerlei bautechnische Vorkenntnisse besitzen, ist es in jedem Fall ratsam, einen Statiker sowie Bauherren zu beauftragen oder mindestens, um detaillierte Informationen zu bitten.

Eine andere Möglichkeit, um zu seiner eigenen Garage zu kommen, ist natürlich die Anschaffung einer soliden Fertiggarage. Diese Variante hat sowohl einen zeitlichen wie auch praktischen Vorteil. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://www.fertiggarageninfo.de/.

In unserem nächsten Artikel: „Garage selber bauen Step 5: Dach, Fenster und Türen“ erhalten Sie Informationen über verschiedene Möglichkeiten und Varianten des optimalen Garagendachs, der richtigen Fenster und individuellen Türen.

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