Garagendach als Gründach?

26. April 2010
Kategorie: Allgemein

Moderne Garagen haben nur noch wenig Ähnlichkeit mit den Modellen aus früheren Jahren. Während einst die Garage lediglich als Abstellplatz für das Auto diente, sind heutige Garagen und auch Fertiggaragen optisch an das Erscheinungsbild des Wohnhauses angepasst. Das Gründach wird auch als Dachbegrünung bezeichnet und wirkt besonders in Großstädten wie eine kleine, grüne Oase.

Wer mit dem Gedanken spielt, seine Fertiggarage nachträglich mit einem Gründach auszustatten, sollte sich bei seinem Garagen-Hersteller erkundigen, ob die Statik des Daches für eine Dachbegrünung geeignet ist. Im Fall einer Neuanschaffung einer Fertiggarage kann man auch den Hersteller direkt nach der Anlage eines Gründaches fragen. Viele Hersteller stehen ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Im besten Fall übernimmt die Firma die Arbeit selbst und der Kunde braucht sich lediglich um die Art der Bepflanzung kümmern.

Auch die Abdichtung des Garagendaches sollte vorher genau unter die Lupe genommen werden. Da das Gründach aufgrund des Substrates, der Pflanzerde und Wurzeln das Regenwasser speichert wie ein Schwamm, muss unbedingt für einen Regenwasserablauf gesorgt werden. Wird dies außer Acht gelassen, kann es passieren, dass das Garagendach eines Tages undicht wird.

Prinzipiell wird zwischen drei unterschiedlichen Dachbegrünungsarten unterschieden, der Extensivbegrünung, der einfachen Intensivbegrünung sowie Intensivbegrünung.

Von diesen drei Arten ist allerdings nur die Extensivbegrünung problemlos für Garagendächer geeignet.
Für die Extensivbegrünung werden lediglich niedrig wachsende Pflanzen und Bodendecker verwendet, die ausgesprochen anspruchslos sind. Zu diesen Pflanzen gehören beispielsweise Moose, Kräuter und Gräser. Je nachdem, wie hoch die Aufbaudicke des Substrates sowie der Blumenerde ist, fällt pro Quadratmeter lediglich ein Gewicht bis maximal 150 Kilogramm an.

Normaler Weise ist es nicht einmal nötig, die Pflanzen nach der Anwuchsphase zu bewässern.
Da die Pflanzen, die für eine einfache Intensivbegrünung in Frage kommen, etwas pflegeintensiver sind und zusätzlich eine Humusschicht dem Substrat hinzugefügt wird, ist die Aufbaudicke der Dachbegrünung höher und dementsprechend schwerer. Pro Quadratmeter können bis zu 200 Kilogramm auftreten.

Wer ein sattes „grün“ mit Sträuchern, Gräsern und kleinen Stauden auf dem Dach seiner Garage wünscht, sollte sich in jedem Fall vorher beim Garagen-Hersteller oder einem unabhängigen Statiker erkundigen, ob an der Dachkonstruktion eventuell Änderungen vorgenommen werden können, die dem recht hohen Gewicht standhalten. Falls nichts gegen eine einfache Intensivbegrünung spricht, sollte bedacht werden, dass die erwähnten Pflanzen sporadisch, je nach Wetter, bewässert werden müssen.

Bei einer Intensivbegrünung ist die Aufbaudicke des Gründaches aufgrund der hochwachsenden Pflanzen wesentlich höher, so dass es zu einem Gewicht von bis zu 500 Kilogramm pro Quadratmeter kommen kann. Schon allein aus diesem Grund ist es unmöglich, eine Intensivbegrünung auf einem Garagendach anzulegen. Andererseits wäre es sehr fraglich, ob ein intensiv begrüntes Garagendach mit hoch wachsenden Bäumen und Sträuchern optisch ansprechend ist.

Auf jeden Fall ist es besser, eine Dachbegrünung von einem fachkundigen Handwerker anlegen zu lassen. Bauherren, die über keinerlei Erfahrung in dem Bereich verfügen, sollten besser die Finger von der anspruchsvollen Arbeit lassen. Allein beim Verlegen der Folie ist die Fehlerquote sehr hoch und die Folgen schwerwiegend. Läuft das Regenwasser unter die Folie sind ein undichtes Garagendach und hohe Kosten die Folge.

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